Informationen über die Anerkennung einer allgemeinen Naturkatastrophe

Zusammengefasst

Damit ein Naturereignis als allgemeine Naturkatastrophe anerkannt wird, müssen die betroffenen Gemeinden einen Antrag auf Anerkennung stellen.

Wenn die Gemeinde der Ansicht ist, dass das Naturereignis, von dem ihre Einwohner betroffen sind, außergewöhnlicher Art ist, kann sie beim Regionalen Katastrophendienst einen Antrag auf Anerkennung stellen.

Dieser muss zwingend innerhalb von 21 Arbeitstagen nach dem Auftreten des Naturereignisses gestellt werden (21 Tage ab dem Tag nach diesem Ereignis). Geschieht dies nicht, ist der Antrag der Gemeinde unzulässig.

Gemeinden müssen das folgende Formular verwenden, um ihren Antrag auf Anerkennung einzureichen

Nach Ablauf der 21-tägigen Frist beauftragt der Regionale Katastrophenschutzdienst das Regionale Krisenzentrum (Centre Régional de Crise), mit der Erstellung eines technischen Berichts, in dem das Naturereignis im Hinblick auf die Anerkennungskriterien analysiert wird.

Sobald der technische Bericht eingegangen ist und analysiert wurde, schickt der Regionale Katastrophendienst dem Ministerpräsidenten einen Vorschlag für eine begründete Entscheidung (Anerkennung oder Nichtanerkennung des Naturereignisses).

Wenn die Kriterien für die Anerkennung erfüllt sind, wird die Wallonische Regierung das Naturereignis als allgemeine Naturkatastrophe anerkennen können.

Im Falle einer Anerkennung wird ein Erlass der Wallonischen Regierung im Belgischen Staatsblatt veröffentlicht, in dem die Art des anerkannten Ereignisses (z. B. Hagelschlag), das Datum/die Daten und das geografische Gebiet (betroffene Gemeinden) angegeben sind.

Der Regionale Katastrophenschutzdienst wird eine Kopie dieses Erlasses auf dieser Website veröffentlichen.

Unabhängig davon, ob die Anerkennung gewährt wird oder nicht, werden die Gemeinden, die die Anerkennung beantragt haben, persönlich über die auf ihren Antrag hin unternommenen Schritte informiert.

Nur Gemeinden können innerhalb von 21 Arbeitstagen nach dem Auftreten des Naturereignisses einen Antrag auf Anerkennung stellen.

Ohne diesen Antrag ist keine Anerkennung möglich!

Bitte beachten Sie, dass dieses Verfahren nicht für landwirtschaftliche Katastrophen gilt. Diese werden vom ÖDW Landwirtschaft, Naturschätze und Umwelt verwaltet werden.

Im Detail

Prozedur

Anerkennungsverfahren

Sehen Sie sich das Diagramm an, auf dem das Anerkennungsverfahren abgebildet ist.

Anerkennungskriterien

Die Kriterien für die Anerkennung einer allgemeinen Naturkatastrophe werden durch den Erlass der Wallonischen Regierung vom 21. Juli 2016 festgelegt.

Für die in der Wallonie am häufigsten beobachteten Naturereignisse werden untere Schwellenwerte der Stärke festgelegt, um sie als außergewöhnlich zu qualifizieren und es der Wallonischen Regierung zu ermöglichen, sie als allgemeine Naturkatastrophe anzuerkennen.

Im Falle eines Naturereignisses, das in der Auflistung nicht vorkommt, wird ein Naturereignis als außergewöhnlich bezeichnet, wenn sein statistisches Wiederkehrintervall mindestens fünfundzwanzig Jahre ist, und sein natürlicher Ursprung nachgewiesen ist.

Naturereignis Kurzbeschreibung Zu erreichender Schwellenwert
Hochwasser durch abfließendes Niederschlagswasser Starkregen, ggf. in Verbindung mit heftigen Gewittern 35 mm in 1 Std.
70 mm in 24 Std.
Überschwemmungen durch Ausuferung des Gewässernetzes Ausuferung eines Wasserlaufes, Kanals, Sees, Teiches usw. Ausuferung eines Wasserlaufes: Wiederkehrintervall von 25 Jahren der Durchflussmenge pro Stunde bei Höchststand ODER 35 mm in 1 Stunde – 70 mm in 24 Stunden
Natürlicher Dammbruchs: die sich daraus ergebende Überschwemmung ist ein außergewöhnliches Ereignis
In anderen Fällen: Vergleich mit einer ähnlichen benachbarten Station. Andernfalls: 2 Überschwemmungen an diesem Ort im Laufe der letzten 10 Jahre.
Großflächiger („synoptischer“) Sturm Heftiger Wind, ggf. mit starken Niederschlägen und Gewittern Höchstgeschwindigkeit von mehr als 130 km/h
Tornado und Downburst Tornado: Luftwirbel mit einer sehr hohen Geschwindigkeit
Downburst: starke Fallböe unter einem Gewitter
Die beobachteten Schäden müssen die Kategorie EF2 auf der verbesserten FUJITA-Skala erreichen.
Beispiele für Schäden: abgerissene Dächer, zerstörte Mobilheime, entwurzelte Bäume.
Hagelschlag Niederschlag, der aus spezifischen Eispartikeln besteht Der Durchmesser der Hagelkörner muss mindestens 4 cm erreichen. Ist dies nicht der Fall, muss mindestens der Grad H5 auf der TORRO-Skala erreicht werden.
Beispiele für Schäden: zerbrochene Ziegeldächer, zahlreiche zerbrochene Fensterscheiben, große von Bäumen abgerissene Äste.
Ansammlung von Schnee Die Ansammlung von Schnee über mehrere Tage kann durch aufeinanderfolgende Frost- und Tauzyklen eine starke Erhöhung des Gewichts aufweisen Die Belastung der Schneeschicht muss die Norm NBN ENV 1991-1-3 überschreiten (bei einem Flachdach) mit einem Sicherheitsfaktor von 1,5
Bei fehlender Messung der Schneedichte: Berücksichtigung von 1,5 kN/m².
Erdbeben Bodenschwingungen. Nachbeben, die innerhalb von 168 Stunden nach dem ursprünglichen Erdbeben auftreten, gelten als ein einziges Erdbeben. Lokale Stärke mindestens 4.0 auf der Richter-Skala
UND
 Intensitätsstufe VII auf der Europäischen Makroseismischen Skala
Beispiele von Schäden: Schwierigkeiten stehen zu bleiben, verrutschendes Mobiliar, Schäden an zahlreichen Gebäuden.
Bodensenkung und Erdrutsch Plötzliche Bewegung großer Volumen von Erde durch ein Naturereignis.
Bodensenkungen: meistens aufgrund eines natürlichen unterirdischen Einsturzes.
Erdrutsch: Risse, Steilabbruch, Topographie mit zahlreichen Vertiefungen.
Erwiesener natürlicher Ursprung des Ereignisses (Bodensenkungen, die mit einer Bergbauaktivität verbunden sind: NEIN)
Intensitätsstufe VII in der Europäischen Makroseismischen Skala für Schäden an Gebäuden.
Plötzlicher Bruch von Kanalisationen; allgemeiner Einsturz von Straßen, Wegen, Terrassen.
Felssturz Plötzliche und heftige Trennung einer natürlichen, aus kohärentem Gestein bestehenden Struktur mit Herunterfallen von Material (Ergebnis: Anhäufung am Boden von Erde und Gestein) Erwiesener natürlicher Ursprung des Ereignisses;
die Menge der anschließend an den Felssturz angehäuften Materialen überschreitet 10 m³.

Weitere Einzelheiten finden Sie im Erlass der Wallonischen Regierung.

Naturereignisse, die ab dem 1. Juli 2014 aufgetreten und als allgemeine Naturkatastrophen anerkannt sind

Jahr Art des Naturereignisses Gebiet der Anerkennung EWR zur Anerkennung
2019 Überschwemmungen vom 10.06.2019 Berloz – Waremme EWR vom 18/12/2019
  Überschwemmungen vom 19.05.2019 Fernelmont – Gembloux – La Bruyère – Namur EWR vom 14/11/2019
2018 Überschwemmungen vom 9., 10. und 11.06.2018 Anhée – Beaumont – Florennes – Hamoir – Onhaye – Walcourt EWR vom 16/05/2019
  Tornado vom 07. und 08.08.2018 Florennes EWR vom 16/05/2019
  Tornado vom 17.08.2018 Habay – Meix-devant-Virton EWR vom 16/05/2019
  Überschwemmungen vom 22.05. bis 03.06.2018 Amel – Ans – Aubel – Awans – Bassenge – Beyne-Heusay – Binche – Blegny – Boussu – Burg-Reuland – Butgenbach – Chaudfontaine – Clavier – Crisnée – Dalhem – Dour – Durbuy – Ferrières – Fleurus – Fléron – Hannut – Hestal – Herve – Jalhay – Juprelle – Jurbize – La Louvière – Liège – Nandrin – Olne – Oupaye – Pont-à-Celles – Saint Vith – Seneffe – Soumagne – Spa – Stavelot – Stoumont – Theux – Thimister-Clremont – Trooz – Vielsalm - Visé EWR vom 18/04/2019
  Überschwemmungen vom 07.06.2018 Couvin EWR vom 11/04/2019
  Überschwemmungen vom 05.09.2018 Juprelle - Yvoir EWR vom 11/04/2019
  Überschwemmungen vom 16.05.2018 Nandrin EWR vom 28/02/2019
  Tornado vom 29.04.2018 Assesse – Dinant – Hastière – Yvoir EWR vom 23/08/2018
2016 Überschwemmungen vom 17.06.2016 Estaimpuis (4 Sektionen) EWR vom 22/12/2016
  Starke Niederschläge und Überschwemmungen vom 23. und 24.06.2016 Starkregen und Überschwemmungen: 
Beaumont (6 Sektionen) – Binche – Courcelles (3 Sektionen) – Erquelinnes – Estinnes – La Louvière – Merbes-le-Château (1 Sektion) – Morlanwelz – Pont-à-Celles (4 Sektionen) – Quévy (7 Sektionen) – Saint Ghislain (1 Sektion)
Heftiger Wind: 
Binche – Chastre (4 Sektionen) – Courcelles – Genappe (8 Sektionen) – Jodoigne (7 Sektionen) – Les Bons Villers – Pont-à-Celles – Sombreffe
Erweiterung : La Louvière (3 Sektionen)
EWR vom 22/12/2016
EWR vom 14/12/2017 (Erweiterung)
  Starke Niederschläge und Überschwemmungen vom 22., 23. und 24.07.2016 Jodoigne (7 Sektionen) – La Bruyère (5 Sektionen) – Orp Jauche – Quaregnon (1 Sektionen) - Ramilies EWR vom 22/12/2016
  Starke Niederschläge und Überschwemmungen vom 27., 28. und 29.05.2016 Assesse (4 Sektionen) – Juprelle (2 Sektionen) – Merbes-le-Château – Theux (2 Sektionen)
Erweiterung : Beloeil
EWR vom 10/11/2016
EWR vom 27/04/2017 (Erweiterung)
  Starke Niederschläge, Überschwemmungen und Hagelschlag vom 06., 07. und 08.06.2016 Starke Niederschläge und Überschwemmungen: 
Amel – Antoing (5 Sektionen) – Assesse (2 Sektionen) - Ath (3 Sektionen) – Binche (4 Sektionen) – Brunehaut (3 Sektionen) – Châtelet (2 Sektionen) – Court-Saint-Etienne – Dison – Erezée (3 Sektionen) -  Estinnes (4 Sektionen) – Frasnes-les-Anvaing (4 Sektionen) – Genappe (7 Sektionen) – Hamois (3 Sektionen) – Herve (5 Sektionen) – Les Bons Villers (4 Sektionen) – Lessines (5 Sektionen) – Leuze-en-Hainaut (6 Sektionen) – Limbourg (2 Sektionen) – Lobbes (2 Sektionen) – Malmedy  - Marche-en-Famenne (3 Sektionen) – Merbes-le-Château (3 Sektionen) – Mettet (6 Sektionen) – Nivelles (2 Sektionen) – Pepinster (1 Sektion) – Péruwelz (2 Sektionen) – Rochefort (4 Sektionen) – Rumes  - Saint-Ghislain (4 Sektionen) – Silly (3 Sektionen) – Soumagne (1 Sektion) – Theux (1 Sektion) – Thimister-Clermont  - Tournai (23 Sektionen) – Welkenraedt
Erweiterung : Antoing – Ath – Brunehaut – Lontzen (1 Sektion) – Nivelles (1 Sektion) – Pepinster (1 Sektion) – Tournai
Hagelschlag: 
Hamois (3 Sektionen)
EWR vom 06/10/2016
EWR vom 22/12/2016 (modifiziert)
EWR vom 04/05/2017 (Erweiterung)
  Starke Niederschläge und Überschwemmungen vom 30. und 31.05.2016 Comines-Warneton EWR vom 21/07/2016
  Starke Niederschläge und Überschwemmungen vom 05.06.2016 Erezée
Erweiterung : Comblain-au-Pont – Herve – Juprelle – Manhay – Momignies - Paliseul
EWR vom 07/07/2016
EWR vom 10/11/2016 (Erweiterung)
  Starke Niederschläge und Überschwemmungen vom 02. und 03.06.2016 La Roche-en-Ardenne (3 Sektionen) – Marche-en-Famenne (2 Sektionen) – Nassogne (3 Sektionen) – Rochefort (1 Sektion)
Erweiterung : Nassogne (1 Sektion) – Rendeux (1 Sektion) – Tenneville (1 setion)
EWR vom 07/07/2016
EWR vom 10/11/2016 (Erweiterung)
2015 Tornados und heftiger Wind vom 16.09.2015 Erezée – Etalle – Hotton
Erweiterung : Meix-devant-Virton
EWR vom 01/10/2015
EWR vom 17/03/2016
(Erweiterung)
2014 Starkregen vom 20.09.2014 Anhée – Binche – Ciney – Dinant – Doische – Erezée – Hamois – Havelange – Houyet - Mettet EWR vom 04/12/2014
  Heftiger Wind vom 06.07.2014 Aubange - Messancy EWR vom 04/12/2014
  Tornados und heftiger Wind vom 08. und 10.08.2014 Gembloux – Jalhay – Jodoigne – Manhay - Sombreffe EWR vom 16/10/2014
  Starke Niederschläge vom 29.07.2014 Arlon – Braine-le-Château – Grez Doiceau – Ittre – Nivelles - Tubize EWR vom 28/08/2014
rechtliche Grundlagen
  • Die Gesetzgebung bezüglich der Anerkennung einer allgemeinen Naturkatastrophe finden Sie in der Dokumentenbibliothek.

Formulare

Die Antragsformulare für die Anerkennung einer allgemeinen Naturkatastrophe sind in der Dokumentenbibliothek im WORD-Format auf Französisch und Deutsch verfügbar. Einmal ausgedruckt, kann das Formular ausgefüllt und per Post (normalem Brief oder Einschreiben) oder per E-Mail verschickt werden;

ÖDW Inneres und Soziale Maßnahmen
Service Régional des Calamités
Avenue du Gouverneur Bovesse 100
5100 JAMBES (NAMUR)
calamites.pouvoirslocaux@spw.wallonie.be
+32 (0)81/32 32 00

Kontakte

Kontaktpersonen

Monsieur MARNETTE Stéphane 
Inspecteur général 
081/32 32 00
Monsieur JANSEMME Rudy 
Directeur 
081/32 32 00
Aktualisiert am
Verwaltungsschritt Nr. 142556
Hat Ihnen diese Seite geholfen ?
Zurück zu den Verwaltungsschritten